Steuertipps zum Jahresende

Neue KMU-Investitionszuwachsprämie

Mitarbeiterrabatte seit 1.1.2016

Steuerliche Attraktivität von Elektrofahrzeugen

Anforderungen an Registrierkassen ab 01.04.2017

Pflichten der GmbH-Geschäftsführer

Erleichterungen bei der Registrierkassenpflicht

Ferialjob – Arbeiten in den Ferien

Auswirkungen der Steuerreform 2015/2016 auf die Rechtsformwahl

Arbeitskräfteüberlassung vom Ausland nach Österreich

Hauptwohnsitzbefreiung  – 2700 Das City Magazin

Neuregelung der Mitarbeiterrabatte ab 1.1.2016  – 2700 Das City Magazin

Neuerungen im Zusammenhang mit Elektrofahrzeugen  – 2700 Das City Magazin

 

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NÖN, Woche 51

Steuertipps zum Jahresende

Ein Standard-Steuersparfaktor für Unternehmer ist der Gewinnfreibetrag (GFB) in Höhe von 13% des Gewinnes (Einschleifregelung für Gewinne ab € 175.000). Er steht allen natürlichen Personen mit betrieblichen Einkünften unabhängig von der Gewinnermittlungsart zu. Bis € 30.000 Gewinn wird der GFB automatisch berücksichtigt. Für Gewinne über € 30.000 besteht ein Investitionserfordernis (abnutzbare körperliche Wirtschaftsgüter bzw. Wohnbauanleihen, Behaltefrist 4 Jahre). Um diesen Steuervorteil optimal nutzen zu können, sollte bereits jetzt die Höhe des voraussichtlichen Gewinnes 2016 ermittelt werden.

Einnahmen-Ausgaben-Rechner können durch Ausnutzung des Zufluss-Abfluss-Prinzips eine temporäre Verlagerung der Steuerpflicht erzielen. Vorauszahlungen an die Sozialversicherungsanstalten sind im Ausmaß einer zu erwartenden, sorgfältig geschätzten Nachzahlung als vorgezogene Betriebsausgaben abzugsfähig.

Geldspenden an begünstigte Spendenempfänger sind bis maximal 10% der Einkünfte steuerlich absetzbar. Ab 2017 werden die Daten von den Organisationen automatisch an den Fiskus gemeldet. Grundsätzlich können Spenden privater Personen künftig nur mehr über dieses Meldeverfahren steuerlich berücksichtigt werden (Bekanntgabe der Identifikationsdaten!).

Es lohnt sich, noch rechtzeitig vor Jahresende zu überprüfen, ob alle steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten ausgeschöpft wurden.

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NÖN, Woche 50

Neue KMU-Investitionszuwachsprämie

Im Maßnahmenpaket der Bundesregierung zur Förderung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes ist eine Investitionszuwachsprämie für Klein- und Mittelbetriebe (KMU) für die Jahre 2017 und 2018 vorgesehen.

Die Förderung gilt für Investitionen in neu angeschaffte, aktivierungspflichtige Wirtschaftsgüter des abnutzbaren Anlagevermögens. Davon ausgenommen sind insbesondere Investitionen in Grundstücke und PKW. Der Investitionszuwachs berechnet sich nach dem Durchschnitt der jeweils neu aktivierten Anschaffungs- und Herstellungskosten der drei vorangegangenen Jahre.

Ein Investitionszuwachs im Gesamtausmaß von mindestens € 50.000 - € 450.000 für Unternehmen mit bis zu 49 Mitarbeitern wird mit einer Prämie iHv 15% gefördert. Bei einem Zuwachs von insgesamt mindestens € 100.000 - € 750.000 für Unternehmen mit 49 bis 250 Mitarbeiter gibt es eine Prämie von 10%.

Die Abwicklung der Prämie erfolgt im Rahmen eines Förderantrages beim Austria Wirtschaftsservice (aws). Mit der Durchführung der Investitionen darf erst begonnen werden, wenn der Förderantrag eingereicht worden ist.

Daneben wurde heuer auch ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Stärkung der Start-ups in Österreich geschnürt. Vorgesehen ist unter anderem eine Entlastung von den Dienstgeber-Lohnnebenkosten für die ersten drei Mitarbeiter innovativer Start-ups sowie ein 24h-Quickcheck bei Förderanfragen an FFG und aws.

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NÖN, Woche 49

Mitarbeiterrabatte seit 1.1.2016

Unter Mitarbeiterrabatten versteht man Vorteile aus dem kostenlosen oder verbilligten Bezug von Waren oder Dienstleistungen, die der Arbeitgeber oder ein mit dem Arbeitgeber verbundenes Konzernunternehmen selbst am Markt anbietet.

Im Hinblick auf das Ausmaß der Befreiung sind zwei Schranken zu beachten:

·         Beträgt der Mitarbeiterrabatt maximal 20% des Letztverbraucher-Endpreises (nach Abzug üblicher Kundenrabatte), ist dieser zur Gänze abgabenfrei.

·         Bei Überschreiten der Freigrenze von 20% liegt grundsätzlich in Höhe des gesamten Rabattes ein abgabenpflichtiger geldwerter Vorteil aus dem Dienstverhältnis vor. Für Rabatte von mehr als 20% gibt es allerdings einen Freibetrag von € 1.000 pro Arbeitnehmer und Kalenderjahr (keine Aliquotierung bei unterjährigen Ein- und Austritten).

Beträgt der Mitarbeiterrabatt sowohl mehr als 20% als auch die Gesamtsumme mehr als € 1.000 ist nur der „Überschreitungsbetrag“ als laufender Bezug im Monat der Zuwendung zu versteuern.

Ist ein Sachbezugswert in der Sachbezugswerte-VO (zB für Wohnraum oder KFZ) festgelegt, kommt die Befreiungsbestimmung nicht zur Anwendung.

Daneben sind Geschenke (Sachzuwendungen) bis maximal € 186 jährlich pro Mitarbeiter steuerfrei. Zu den Sachzuwendungen gehören auch Gutscheine und Geschenkmünzen, die nicht in Bargeld abgelöst werden können. Geldzuwendungen sind immer steuerpflichtig.

 

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2700 Das City Magazin, Ausgabe 12/16, Rubrik Business, Mag. Gerhard Goldsteiner

Steuerliche Attraktivität von Elektrofahrzeugen

Im Zuge der Steuerreform wurde ab 2016 für Lieferungen und sonstige Leistungen im Zusammenhang mit der Anschaffung, Miete und dem Betrieb von Elektrofahrzeugen der Vorsteuerabzug eingeführt.

Hinsichtlich der Anschaffungskosten für PKW und Kombinationskraftwagen ohne CO2-Ausstoß steht der Vorsteuerabzug nur insoweit zu, als Aufwendungen nach den ertragsteuerlichen Regelungen abzugsfähig sind. Somit kann die Vorsteuer nur dann zu 100% abgezogen werden, solange die Anschaffungskosten des Elektrofahrzeuges die Luxustangente in Höhe von 40.000 € nicht übersteigen. Bei einem PKW ohne CO2-Ausstoß mit Anschaffungskosten von mehr als 40.000 € aber nicht mehr als 80.000 € steht der Vorsteuerabzug zwar zur Gänze zu, unterliegt jedoch einer Eigenverbrauchsbesteuerung mit dem nicht abzugsfähigen Teil der Aufwendungen. De facto wird so der Vorsteuerabzug auf die im Einkommensteuergesetz geltende Luxustangente von 40.000 € beschränkt. Ein Elektro-PKW mit Anschaffungskosten von mehr als 80.000 € berechtigt hingegen nicht zum Vorsteuerabzug, weil die nicht abzugsfähigen Aufwendungen überwiegen (mehr als 50%). Sofern aus den Anschaffungskosten ein Vorsteuerabzug geltend gemacht wurde, unterliegt der Verkauf des Elektro-KFZ der Umsatzsteuerpflicht.

Hinsichtlich der Betriebskosten ist zwischen wertabhängigen und nicht wertabhängigen Betriebskosten zu unterscheiden. Nicht wertabhängige laufende Kosten wie zB für Service und Ladestrom sowie auch die Anschaffung einer Ladestation berechtigen zu 100% zum Vorsteuerabzug. Eine Kürzung der Vorsteuern aus den Betriebskosten hat nur dann zu erfolgen, wenn für das Fahrzeug aufgrund seiner gehobenen Ausstattung tatsächlich höhere Kosten anfallen.

Weitere steuerliche Vorteile liegen in der Befreiung von der NoVA und dem Entfall der motorbezogenen Versicherungssteuer. Arbeitnehmer profitieren insofern, da Dienstfahrzeuge mit Elektromotoren (CO2-Ausstoß von 0 g/km) zur Gänze vom Sachbezug befreit sind.

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2700 Das City Magazin, Ausgabe 11/16, Rubrik Business, Mag. Gerhard Goldsteiner

Anforderungen an Registrierkassen ab 01.04.2017

Die Einführung der Registrierkassenpflicht hat gerade bei kleinen Unternehmen für große Aufregung gesorgt. Der Umstellungsprozess ist allerdings noch nicht abgeschlossen, da spätestens ab 01.04.2017 die Registrierkassen auch besondere Sicherheitsstandards erfüllen müssen.

Kernelement der Registrierkasse ist die Signaturkarte, die die Manipulationssicherheit bestätigt. Folgende Schritte sind zur Inbetriebnahme der Sicherheitseinrichtung grundsätzlich notwendig:

1)      Beschaffung einer Signaturkarte bei A-Trust, Global Trust oder PrimeSign – welches Signaturprodukt gebraucht wird, ist von Ihrem Kassensystem abhängig.

2)      Zugangsdaten für FinanzOnline beantragen (falls noch nicht vorhanden)

3)      Installation des Softwareupdates zur Initialisierung der manipulationssicheren Registrierkasse (davor Daten sichern!)

4)      Ausdruck des Startbelegs – dieser Beleg kann nur einmalig erstellt werden und ist für die Anmeldung der Kasse unbedingt erforderlich!

5)      Registrierung der Registrierkasse über FinanzOnline

6)      Prüfung des Startbelegs mittels Prüf-App „BMF Belegcheck“ bis spätestens 31.03.2017 – die App steht im App-Store bzw. Google Play Store kostenlos zur Verfügung (für Android oder iOS 8.0)

Bei Registrierkassen mit Webservice können die letzten beiden Schritte über Ihren Softwareanbieter durchgeführt werden.

Das Datenerfassungsprotokoll ist vierteljährlich auf einem elektronischen externen Datenträger zu sichern. Ab 01.04.2017 muss es jederzeit auf Verlangen der Abgabenbehörde bereitgestellt werden können.

Während des laufenden Betriebs der Kasse sind am Ende jedes Monats idR mit der Funktion „Monatsabschluss“ Monatsbelege zu erstellen. Der Monatsbeleg für Dezember ist gleichzeitig der Jahresbeleg, der mit der App geprüft werden muss. Dies gilt auch für Unternehmer mit abweichendem Wirtschaftsjahr.

Ausfälle von mehr als 48 Stunden sowie auch eine Außerbetriebnahme der Registrierkasse (zB bei Saisonbetrieben) sind über FinanzOnline zu melden.

 

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2700 Das City Magazin, Ausgabe 10/16, Rubrik Business, Mag. Gerhard Goldsteiner

Pflichten der GmbH-Geschäftsführer

Geschäftsführer einer GmbH haben mindestens einmal jährlich eine Generalversammlung einzuberufen. In der Generalversammlung haben die Gesellschafter den Jahresabschluss des vorangegangenen Wirtschaftsjahres festzustellen, die Geschäftsführung zu entlasten und einen Beschluss über die Ergebnisverwendung zu treffen. Soweit alle Gesellschafter zustimmen, kann eine Abstimmung auch mittels Umlaufbeschluss erfolgen.

Darüber hinaus besteht in folgenden Fällen für die Geschäftsführung die Pflicht, eine Generalversammlung einzuberufen:

·         Verlust des halben Stammkapitals

·         Unterschreiten der Mindesterfordernisse gem. Unternehmensreorganisationsgesetz (Eigenmittelquote von weniger als 8% UND fiktive Schuldentilgungsdauer von mehr als 15 Jahren)

Die ordnungsgemäße Erfüllung dieser Vorschriften verpflichtet den Geschäftsführer sich nunmehr auch unterjährig (und nicht nur nach Vorliegen des Jahresabschlusses) stets ein genaues Bild insbesondere darüber zu machen, ob die Kennzahlen, die das Vorliegen einer Krise vermuten lassen, erfüllt sind. Für eine Berechnung der Kennzahlen sind entsprechende Auswertungen erforderlich, die unterjährige Abgrenzungen gleich einem Jahresabschluss enthalten.

Sollten die Gesellschafter in dieser Versammlung Beschlüsse fassen, so sind diese an das Firmenbuch zur Offenlegung zu übermitteln. Werden die Gesellschafter jedoch ausschließlich in Kenntnis von den unterschrittenen Kriterien gesetzt und keine Beschlüsse gefasst, so ist keine weitere Publizierung im Firmenbuch notwendig.

Der Einberufungspflicht und Gesellschafterinformation ist grundsätzlich mit einer einmaligen Einberufung Genüge getan. Eine wiederholte Einberufung empfiehlt sich insbesondere dann, wenn die Gesellschafter unzureichende Maßnahmen beschlossen haben (zB Zuführung von Kapital oder Reorganisationsmaßnahmen).

Verletzt der Geschäftsführer diese Pflichten, könnte dies im Falle einer späteren Insolvenz zu Haftungsansprüchen der Gesellschaftsgläubiger gegen ihn führen!

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2700 Das City Magazin, Ausgabe 09/16, Rubrik Business, Mag. Gerhard Goldsteiner

Erleichterungen bei der Registrierkassenpflicht

Nach hartnäckigen Interventionen zahlreicher Organisationen und Branchenvertretungen gegen die bisherige Ausgestaltung der Registrierkassenpflicht hat der Nationalrat nun Erleichterungen für Vereine, Körperschaften des öffentlichen Rechts und kleine Unternehmen beschlossen.

Feste von gemeinnützigen Vereinen bzw. Körperschaften des öffentlichen Rechts unterliegen bis zu einem Ausmaß von 72 Stunden pro Jahr nicht der Registrierkassenpflicht (bisher 48 Stunden). Diese Regelung gilt auch für politische Parteien, sofern es sich um ein ortsübliches Fest handelt. Der Jahresumsatz darf dabei maximal 15.000 € betragen und die Überschüsse müssen für gemeinnützige und parteipolitische Zwecke verwendet werden. Auch für den Kantinenbetrieb von gemeinnützigen Vereinen (z.B. Fußballverein) entfällt die Registrierkassenpflicht, wenn die Kantine an maximal 52 Tagen im Jahr geöffnet ist und ein Umsatz von maximal 30.000 € erzielt wird. Ebenfalls eine Ausnahme von der Registrierkassenpflicht gibt es für Alm-, Berg-, Ski- und Schutzhütten, sofern deren Jahresumsatz 30.000 € nicht übersteigt.

Weiters ist auch für Umsätze außerhalb der festen Räumlichkeiten von maximal 30.000 € keine Registrierkasse erforderlich und eine einfache Losungsermittlung möglich (Kalte-Hände Regelung). Für die Bestimmung der Umsatzgrenze ist dafür nur noch der außerhalb der Geschäftsräumlichkeiten erzielte Jahresumsatz maßgeblich (bisher wurde auf den Gesamtjahresumsatz abgestellt).

Das Inkrafttreten für die verpflichtende technische Sicherheitseinrichtung von Registrierkassen (Manipulationsschutz) wird von 1. Jänner auf 1. April 2017 verschoben. Außerdem kann die Prämie zur Anschaffung oder Umrüstung einer Registrierkasse für Anschaffungen bis 31. März 2017 beantragt werden.

Bedeutung für die Praxis: Prüfen Sie rasch, ob und in welchem Umfang für Ihr Unternehmen eine Registrierkassenpflicht besteht und treffen Sie Entscheidungen hinsichtlich der kaufmännischen Organisation. 

 

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2700 Das City Magazin, Ausgabe 07+08/16, Rubrik Business, Mag. Gerhard Goldsteiner

Ferialjob – Arbeiten in den Ferien

Für Jugendliche (ab dem 15. Geburtstag und Vollendung der Schulpflicht) gibt es verschiedene Möglichkeiten der Ferialarbeit:

·  „Echte“ Ferialpraktikanten sind Schüler und Studenten, die in ihrer noch nicht beendeten Ausbildung ein Pflichtpraktikum ausüben. Hier steht der Lern- und Ausbildungszweck im Vordergrund. Sie sind nur unfallversichert und gelten arbeitsrechtlich nicht als Arbeitnehmer. Ob ein Entgelt ausbezahlt wird, obliegt der individuellen Vereinbarung. (in der Praxis sehr selten)

·  Ferialangestellte bzw. -arbeiter haben idR ein befristetes Dienstverhältnis. Für sie gelten sämtliche Bestimmungen des Kollektivvertrages. Sie haben Anspruch auf Entgelt, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und auf Urlaub, der entweder als Urlaubsersatzleistung abgerechnet oder auch konsumiert werden kann. Sie sind vollversichert (d.h. kranken-, unfall-, pensions- und arbeitslosenversichert), sofern die Geringfügigkeitsgrenze überschritten wird.

Beträgt das monatliche Bruttoentgelt weniger als rund 1.200 €, kommt es aufgrund des Abzugs von Sozialversicherungsbeiträgen und bestehenden Absetzbeträgen zu keinem Lohnsteuerabzug. Nach Ablauf des Jahres sollte aufgrund einer möglichen Lohnsteuer- und SV-Rückerstattung eine Arbeitnehmerveranlagung durchgeführt werden. Im Zuge der Steuerreform 2015/16 wurde eine Veranlagung von Amts wegen für den Fall eingeführt, dass bis Ende Juni des Folgejahres keine Veranlagung beantragt wurde, ausschließlich lohnsteuerpflichtige Einkünfte vorliegen und aus der Veranlagung eine Steuergutschrift resultiert.

Das Einkommen bleibt bis zu jenem Kalenderjahr außer Betracht, in dem das 19. Lebensjahr vollendet wird. Danach ist für den Anspruch auf Familienbeihilfe die Zuverdienstgrenze von 10.000 € zu beachten. Endbesteuerte Einkünfte (wie Zinsen) sind nicht einzubeziehen. Wird der Grenzbetrag überschritten, entfällt seit 2013 die Familienbeihilfe nur noch in Höhe des Überschreitungsbetrages.

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2700 Das City Magazin, Ausgabe 06/16, Rubrik Business, Mag. Gerhard Goldsteiner
 
Auswirkungen der Steuerreform 2015/2016 auf die Rechtsformwahl

Gewinne von Einzelunternehmen und Personengesellschaften unterliegen einem progressiven Steuersatz von bis zu 55% ab einem Gewinn von über € 1 Mio.. Bei der Berechnung der Einkommensteuer kann ein Gewinnfreibetrag in Höhe von 13% des Gewinnes die steuerliche Bemessungsgrundlage mindern (Einschleifregelung für Gewinne ab € 175.000). Dieser wird bis zu einem Gewinn von € 30.000 automatisch berücksichtigt. Bei höheren Gewinnen sind Investitionen erforderlich.

Kapitalgesellschaften dagegen unterliegen mit ihren Gewinnen dem Körperschaftsteuersatz von 25%. Bei Weiterleitung der Gewinne an die Gesellschafter fällt im Zeitpunkt der Ausschüttung noch 27,5% Kapitalertragsteuer an, sodass sich eine Gesamtsteuerbelastung von 45,625% ergibt.

Bis zu einem Gewinn von € 175.000 ist ein Einzelunternehmen – bei voller Inanspruchnahme des Gewinnfreibetrages – steuerlich günstiger als eine VOLL ausschüttende GmbH. Bei Gewinnen von mehr als € 175.000 kann durch Aufspaltung der Einkünfte in KÖSt-pflichtige Gewinne der Kapitalgesellschaft und ESt-pflichtige Einkünfte als Geschäftsführer eine Optimierung erreicht werden.

Exkurs: Auch Gewinnausschüttungen an Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH (Beteiligung > 50%), unterliegen der Sozialversicherungspflicht nach dem GSVG, soweit durch die Geschäftsführervergütung die Höchstbeitragsgrundlage noch nicht erreicht wird. Seit 1.1.2016 sind Ausschüttungen dem Finanzamt unter Angabe der SV-Nummer zu melden.

Ein großer Vorteil von Kapitalgesellschaften ist die Möglichkeit der Gewinnthesaurierung. Werden Gewinne somit nicht ausgeschüttet, sondern zur Finanzierung von Investitionen verwendet, eignet sich eine GmbH besser zur Kredittilgung.

Zu beachten ist, dass bei der Wahl der optimalen Rechtsform nicht nur steuerliche Aspekte in den Entscheidungsprozess miteinzubeziehen sind, sondern vor allem auch Unterschiede hinsichtlich des Haftungsrisikos oder (Um-)Gründungskosten zu berücksichtigen sind.

 

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2700 Das City Magazin, Ausgabe 05/16, Rubrik Business, Mag. Gerhard Goldsteiner

Arbeitskräfteüberlassung vom Ausland nach Österreich

Aufgrund geänderter Rechtsprechung des VwGH unterliegen Löhne überlassener Arbeitskräfte unabhängig von der Dauer der Überlassung ab dem ersten Tag in dem Land der Einkommensteuer, in dem die Tätigkeit verrichtet wird. Inländische Beschäftiger müssen grundsätzlich bei Zahlung an den ausländischen Überlasser eine Quellensteuer in Höhe von 20% des Gestellungsentgeltes einbehalten und spätestens am 15. des Folgemonats an das Finanzamt abführen. Mit der Quellensteuer ist die Lohnsteuer der überlassenen Arbeitskräfte abgegolten. Der inländische Beschäftiger darf nur dann vom Quellensteuerabzug absehen, wenn der ausländische Überlasser einen vom Finanzamt Bruck Eisenstadt Oberwart ausgestellten Befreiungsbescheid vorlegt. Dieser Bescheid stellt sicher, dass die überlassenen Arbeitskräfte in Österreich lohnsteuerlich erfasst sind. Seit 1.1.2016 wird die korrekte Abfuhr der Quellensteuer im Rahmen von GPLA-Prüfungen kontrolliert.

Der Beschäftiger hat weiters für jeden nicht in Österreich sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer das Sozialversicherungsdokument A1 am Arbeits-/Einsatzort bereit zu halten. Die ins Inland überlassenen Arbeitskräfte gelten kommunalsteuerrechtlich als Arbeitnehmer des inländischen Beschäftigers. Auch für sie ist somit eine Kommunalsteuer in Höhe von 3 % von 70 % des Gestellungsentgeltes abzuführen.

Der inländische Beschäftiger hat zum Schutz des österreichischen Arbeitsmarktes vor Lohn- und Sozialdumping die Lohnunterlagen der überlassenen Arbeitskräfte in deutscher Sprache am Arbeits-/Einsatzort bereit zu halten. Für die Dauer der Überlassung gebührt ein angemessenes Entgelt entsprechend des im Betrieb des Beschäftigers anwendbaren Kollektivvertrages, wenn diese das Lohnniveau des Überlassers übersteigen.

Den administrativen Aufwand und das Risiko der Haftung bei Verstoß gegen die gesetzlichen Vorgaben haben Unternehmen im Falle einer Zusammenarbeit mit ausländischen Arbeitskräfteüberlassern zu bedenken.

 

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2700 Das City Magazin, Ausgabe 04/16, Rubrik Business, Mag. Gerhard Goldsteiner

Hauptwohnsitzbefreiung – Begünstigung für Eigenheime

Einkünfte aus der Veräußerung von Eigenheimen sind bei Einhaltung bestimmter Fristen steuerfrei. Das Eigenheim im steuerlichen Sinne wird als ein Wohnhaus mit nicht mehr als zwei Wohnungen definiert, dessen Gesamtnutzfläche zu mindestens 2/3 Wohnzwecken dient. Wesentlich ist somit zum einen, dass das Gebäude nicht über mehr als zwei baulich abgeschlossene Wohneinheiten verfügt (eigene Koch- und Waschgelegenheit sowie ein WC). Liegen in einem Wohnhaus mehr als zwei Wohnungen vor, kann die Steuerbefreiung zumindest für eine Wohnung gesichert werden, wenn eine Parifizierung des Grundstücks erfolgt und dadurch eine Eigentumswohnung iSd WEG 2002 geschaffen wird.

Eine Nutzung zu Wohnzwecken ist nicht nur bei der Befriedigung der Wohnbedürfnisse des Veräußerers gegeben, sondern auch bei jener seiner Familienangehörigen sowie bei einer unentgeltlichen Überlassung von Räumlichkeiten an Dritte. Begünstigungsschädliche Zwecke liegen hingegen vor, wenn mehr als 1/3 der Gesamtnutzfläche zur Einkünfteerzielung verwendet werden. Nach herrschender Meinung unterliegen Veräußerungsgewinne auch dann der Besteuerung, wenn die entgeltliche Überlassung von Räumlichkeiten aufgrund einer Qualifizierung als Liebhaberei steuerlich keine relevante Einkunftsquelle begründet.

Zur Überprüfung der Einhaltung der 2/3-Grenze hat eine Aufteilung der Gesamtnutzfläche entsprechend der Flächenmaße zu erfolgen. Nicht Teil der Gesamtnutzfläche sind Treppen, offene Balkone und Terrassen sowie Keller, Dachboden oder sonstige Abstellräume, sofern sie nicht bewohnbar ausgestattet sind oder betrieblich genutzt werden. Dienen Stiegenhäuser, Gänge oder Technikräume gemeinschaftlichen Zwecken, sind diese Flächen bei der Feststellung der 2/3-Grenze außer Acht zu lassen.

Betrieblich genutzte Arbeitszimmer von mehr als 20% der Gesamtnutzfläche sind dem Betriebsvermögen zuzurechnen. Anteilige Einkünfte aus der Veräußerung des Eigenheims sind sodann von der Befreiung nicht umfasst.

 

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2700 Das City Magazin, Ausgabe 03/16, Rubrik Business, Mag. Gerhard Goldsteiner

Neuregelung der Mitarbeiterrabatte ab 1.1.2016

Aufgrund neuer Befreiungsbestimmungen sind ab 1.1.2016 Personalrabatte, die ein Arbeitgeber auf seine eigene Produktpalette gewährt, bis zu einem bestimmten Ausmaß von sämtlichen Abgaben befreit.

Unter Mitarbeiterrabatten versteht man Vorteile aus dem kostenlosen oder verbilligten Bezug von Waren oder Dienstleistungen, die der Arbeitgeber oder ein mit dem Arbeitgeber verbundenes Konzernunternehmen selbst am Markt anbietet. Voraussetzung für die Anerkennung der Steuerfreiheit ist, dass

·         der Rabatt allen oder bestimmten Gruppen von Arbeitnehmern eingeräumt wird und

·         die bezogenen Waren oder Dienstleistungen vom Arbeitnehmer weder verkauft noch zur Einkünfteerzielung verwendet werden („haushaltsübliche“ Mengen).

Im Hinblick auf das Ausmaß der Befreiung sind zwei Schranken zu beachten:

·         Beträgt der Mitarbeiterrabatt maximal 20% des Letztverbraucher-Endpreises (nach Abzug üblicher Kundenrabatte), ist dieser zur Gänze abgabenfrei.

·         Bei Überschreiten der Freigrenze von 20% liegt grundsätzlich in Höhe des gesamten Rabattes ein abgabenpflichtiger (Lohnsteuer, Sozialversicherung und Lohnnebenkosten) geldwerter Vorteil aus dem Dienstverhältnis vor. Für Rabatte von mehr als 20% gibt es allerdings einen Freibetrag von € 1.000 pro Arbeitnehmer und Kalenderjahr (keine Aliquotierung bei unterjährigen Ein- und Austritten).

Beträgt der Mitarbeiterrabatt sowohl mehr als 20% als auch die Gesamtsumme mehr als € 1.000 ist nur der „Überschreitungsbetrag“ als laufender Bezug im Monat der Zuwendung (idR Kaufmonat) zu versteuern. Höhere Rabatte sind für den Arbeitgeber insofern verwaltungsaufwendiger, weil er diese pro Arbeitnehmer aufzuzeichnen und – auch wenn sie den Freibetrag von € 1.000 nicht übersteigen – in das Lohnkonto einzutragen hat.

Ist ein Sachbezugswert betreffend die vom Arbeitgeber gewährten Waren oder Dienstleistungen in der Sachbezugswerte-VO (zB für Wohnraum oder KFZ) festgelegt, kommt die Befreiungsbestimmung nicht zur Anwendung.

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2700 Das City Magazin, Ausgabe 02/16, Rubrik Business, Mag. Gerhard Goldsteiner

Neuerungen im Zusammenhang mit Elektrofahrzeugen

Wie bereits berichtet wurde im Zuge der Steuerreform 2015/2016 die Sachbezugswerte-Verordnung novelliert. Besteht für einen Arbeitnehmer die Möglichkeit, ein arbeitgebereigenes KFZ für nicht beruflich veranlasste Fahrten einschließlich Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zu benützen, beträgt der monatliche Sachbezugswert nun 2% der tatsächlichen Anschaffungskosten des Fahrzeuges (inkl. USt und NOVA), maximal 960 €. Für schadstoffarme KFZ (CO2-Ausstoß bis zu 130 g/km für das Jahr 2016) gilt weiterhin ein Sachbezugswert von 1,5%. Dienstautos mit Hybridmotoren unterliegen der normalen Sachbezugsbewertung. Dienstfahrzeuge mit Elektromotoren (CO2-Ausstoß von 0 g/km) sind hingegen zur Gänze vom Sachbezug befreit.

Für Lieferungen und sonstige Leistungen im Zusammenhang mit der Anschaffung, Miete und dem Betrieb von Elektrofahrzeugen wurde zusätzlich der Vorsteuerabzug ab 2016 eingeführt. Aufwendungen für PKW und Kombinationskraftwagen ohne CO2-Ausstoß sind jedoch nur insoweit vorsteuerabzugsberechtigt, als Aufwendungen nach den ertragsteuerlichen Regelungen abzugsfähig sind. Somit kann die Vorsteuer nur dann zu 100% abgezogen werden, solange die Anschaffungskosten des Elektrofahrzeuges die Luxustangente in Höhe von 40.000 € nicht übersteigen. Bei einem PKW ohne CO2-Ausstoß mit Anschaffungskosten von mehr als 40.000 € aber nicht mehr als 80.000 € steht der Vorsteuerabzug zwar zur Gänze zu, unterliegt jedoch einer Eigenverbrauchsbesteuerung mit dem nicht abzugsfähigen Teil der Aufwendungen. De facto wird so der Vorsteuerabzug auf die im Einkommensteuergesetz geltende Luxustangente von 40.000 € beschränkt. Ein Elektro-PKW mit Anschaffungskosten von mehr als 80.000 € berechtigt hingegen nicht zum Vorsteuerabzug, weil die nicht abzugsfähigen Aufwendungen überwiegen (mehr als 50%). Somit bringt die Anschaffung teurer Elektroautos gegenüber anderen PKWs für den Unternehmer keine zusätzlichen Vorteile.

 

 

 

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